Vorgestellt – Stratos 3 von Amazfit

Bereits vor einiger Zeit habe ich über die Smartwatch GTR von Amazfit berichtet. Mit einem guten Preis/Leistungsverhältnis und einer überragenden Akkulaufleistung kann die Uhr des chinesischen Herstellers durchaus überzeugen. In diesem Artikel möchte ich das neue Modell Stratos 3 vorstellen.  Dieser Überblick soll zeigen ob sich meiner Meinung nach der Kauf lohnt.

Unboxing

Ähnlich wie bei der Amazfit GTR fällt auch der Lieferumfang bei der Stratos 3 recht überschaubar aus. Neben den üblichen Garantiebestimmungen sowie der ausführlichen Anleitung in verschiedenen Sprachen, befindet sich nur noch der USB-Ladestecker im Lieferumfang. Ein Netzteil ist nicht enthalten. Dies ist auch nur bedingt nötig, da in der Regel jedes Smartphone-Netzteil  zum Laden der Uhr verwendet werden kann.

Design & Verarbeitung

Im Grunde lehnt sich das Design der Stratos 3 an seine Vorgänger an, kommt aber deutlich sportlicher daher. Das runde Gehäuse der Stratos 3 besteht oberhalb aus Edelstahl, die auf dem Arm liegende Unterseite ist aus einem Kunststoff-Verbundmaterial. Der Kunststoffteil erinnert mit seiner gravierten Musterung an Kohlefaser und lässt die Uhr optisch sehr hochwertig wirken. Die aufgebrachte Lünette besteht zwar aus Zirkonkeramik, ist aber leider ohne jegliche Funktion und lässt sich nicht drehen.

Obwohl sich die Amazfit Stratos 3  komplett über den Touchscreen steuern lässt, wurden auf der rechten Seite der Uhr mehrere Bedien-Buttons angebracht. Neben dem Buttons für “Select” und “Back” gibt es diesmal auch einen Wippe mit welchen man problemlos durch die Menüs navigieren kann. Alle verbauten Tasten sind ebenfalls aus Edelstahl und fühlen sich sehr hochwertig an.

Lünette und Navigationstasten

Das Armband besteht aus schwarzem Silikon und unterstreicht das sportliche Design der Amazfit Stratos 3. Der Hersteller hat zudem beim Armband daran gedacht, genügend Löcher in einem knapperen Abstand in das Armband einzuarbeiten. So ist sicher gestellt, das die Uhr wirklich auf jedem Arm passt. Ähnlich wie bei der GTR besteht auch bei der Amazfit Stratos 3 die Möglichkeit, das Armband gegen jedes Armband im Handel auszutauschen. Lediglich die Armbandbreite von 22mm muss beachtet werden.

Optisch ist die Amazfit Stratos 3 ein echter Hingucker. Die sportliche Uhr ist  sehr sauber verarbeitet und wirkt aufgrund der eingesetzten Materialien sehr hoch wertig. Dieser Eindruck wird leider bei dem In-die-Hand-nehmen etwas getrübt. Die Uhr ist mit knapp 40g ca. 12g leichter als die Amazfit GTR. Das unterstreicht zwar den sportlichen Aspekt, fühlt sich dadurch aber meiner Meinung nach etwas weniger wertig an. Für den aktuellen Preis von ca. 160 Euro erhält man aber dennoch eine gute verarbeitete Smartwatch.

Das Display

Wer bereits eine GTS oder GTR von Amazfit besitzt, wird beim Einschalten der Stratos 3 sofort die größte Änderung bemerken  – das Display. Setzt der Hersteller bei der GTR oder GTS noch auf ein AMOLED-Display, kommt bei der Stratos 3 ein transflektives Display zum Einsatz. Hier zunächst mal beide Displays in der Übersicht:

Amazfit GTR Amazfit Stratos 3
Größe1,32″1,34″
Auflösung454×454320×320
TechnologieAMOLEDTransflektives Farb-TFT (MIP – Memory In Pixel)
Multitouch1nicht vorhanden
Akkulaufzeitca. 24 Tageca. 14 Tage (im Energiesparmodus)

Das transflektive Display der Stratos 3 sorgt dafür, das gerade bei Sonnenlicht das Display einwandfrei ablesbar ist. Je heller das Umgebungslicht ist, umso besser lässt sich das Display entziffern – bei der AMOLED-Technologie ist das genau umgekehrt. Die Auflösung der Stratos 3 ist auch eine ganze Ecke niedriger als zum Beispiel bei der GTR. Liegen beide Uhren nebeneinander, ist der Unterschied deutlich erkennbar. Während die GTR mit einem schönen Schwarzwert und kräftigen Farben punkten kann, sieht man bei der Stratos 3 nur blasse Farben und eine deutlich geringere Auflösung. Für mich als Besitzer der GTR ist das verwendete Display in der Stratos 3 ein klarer Rückschritt und lässt die Uhr nicht mehr ganz so hochwertig wirken.

der Display-Unterschied ist deutlich sichtbar. Links die Amazfit GTR, rechts die Stratos 3

Man sollte sich auch nicht von den Bildern im Internet täuschen lassen, die das Display zeigen. Gerade die auf Amazfit zu sehenden Bilder entsprechen in keinster Weise der realen Display-Darstellung.

Das Display kann selbstverständlich auch beleuchtet werden. Allerdings wurde die Funktion nicht richtig umgesetzt. Während andere Modelle (zum Beispiel die Amazft GTR) mit einem Umgebungslichtsensor ausgestattet sind und erkennen wann das die Beleuchtung zu- oder abgeschaltet werden muss, fehlt diese Automatik bei der Stratos 3 komplett. Ein Sensor scheint aber dennoch vorhanden zu sein, den je nach Lichteinfall ändert sich der Kontrast des Displays. Hier muss Amazift unbedingt nachbessern.

Hardware

Die Stratos 3 hat im Inneren zwei CPU´s verbaut. Der 1,2GHz Dual Core SoC verbaute Prozessor kommt zum Einsatz wenn die Uhr regulär genutzt wird. Bei der zweiten CPUS handelt es sich um einen dedizierten Low-Power SoC. Dieser kommt zum Einsatz wenn sich die Uhr im Ultra-Energiesparmodus befindet und soll den Akku besonders entlasten. Beide CPU´s greifen auf 512MB Arbeitsspeicher zu. Als Datenspeicher stehen der Stratos 3 insgesamt 4 GB zur Verfügung.

Auch die verbauten Sensoren können sich sehen lassen – die Stratos 3 kommt unter anderem mit einem optischen Bio-Tracker, einem 6-Achsen-Beschleunigungssensor, einem 3-Achsen-Erdmagnetfeld-Sensor sowie einem Luftdrucksensor daher. Außerdem sind WLAN (802.11b/g/n) sowie Bluetooth 4.2 und 5.0 LE mit an Board. Für die Positionsbestimmung greift die Stratos 3 auf die verbauten GPS-Module (GPS,GLONASS, Galileo,Beidou) zurück.

Smart Modus vs. Ultra-Modus

Die Stratos kommt nicht nur mit zwei CPUS´s daher, sondern hat für jede CPU sogar ein eigenes Betriebssystem. Während der Smart Modus auf Android basiert, nutzt der Ultra-Modus einen eigenen Kernel. Allerdings hat das Ganze auch einen kleinen Nachteil. Um jeweils in einen der beiden Modi zu wechseln, muss die Uhr zwangsläufig neugestartet werden. Doch es gibt noch mehr Unterschiede, die ich hier nochmals erklären möchte. Der Ultra-Modus beinhaltet alle grundsätzlichen Funktionen, zielt aber auf maximale Akkulaufleistung ab. Schrittzähler, Schlaf-Tracking, Herzfrequenz-Messung, und das Aufzeichnen von sportlichen Aktivitäten inklusive GPS ist im Smart- sowie Ultra-Modus möglich. Reduziert ist im Ultra-Modus allerdings die Anzahl der unterstützten Sportarten. Auch auf den Musikplayer und WLAN Zugriff muss man im Ultra Modus verzichten. Barometer und Kompass stehen ebenfalls nicht zur Verfügung.

Funktionen

Gerade im Sport kann die Stratos 3 von Amazfit deutlich punkten. 19 verschiedene Sportarten sind in der Uhr hinterlegt. Für jede einzelne Sportart kann festgelegt werden welche Informationen erfasst und angezeigt werden. Informationen wie VO2 Max, Vorhersage der Erholungszeit nach dem Training, sowie Auskunft darüber, wie stark die körperliche Belastung und der Trainings Effekt waren, runden das Ganze sinnvoll. Alle Werte lassen sich zudem auch über eine Tagesübersicht anzeigen. Im Übrigen lässt sich die Stratos 3 auch wunderbar für Schwimmeinheiten nutzen – die Uhr ist laut Hersteller bis 50m wasserdicht. Das Tracking durch GPS wurde nun endlich verbessert. Die Standortbestimmung durch die Uhr geht nun deutlich schneller und die Genauigkeit des Trackings wurde ebenfalls verbessert.

 

Dadurch das die Stratos 3 einen internen Speicher von 4GB hat, können hier auch Musikdateien hinterlegt werden. Die Uhr verfügt über einen eigenen Musikplayer – so ist es möglich seine Musik auch ohne Smartphone zu hören. Dazu wird einfach ein Bluetooth-Kopfhörer mit der Stratos 3 verbunden – fertig.

Selbstverständlich lassen sich alle Meldungen die normalerweise auf dem Smartphone erscheinen, auch auf der Stratos 3 anzeigen. Allerdings gibt es hier immer noch Probleme mit Apps wie zum Beispiel Whatsapp. Einen Fehler den ich bereits bei meinem Review zur GTR festgestellt habe, scheint auch auf der Stratos 3 weiterhin zu bestehen. Leider weigert sich die Uhr in Verbindung mit einem iPhone Whatsapp-Nachrichten anzuzeigen. Dies habe ich schon damals beim Support gemeldet. Man versprach hier schnell nachzubessern und die Funktion mit einem Update zu einzupflegen. Mittlerweile sind drei oder vier Updates der Firmware rausgebracht worden, allerdings funktioniert das Ganze nach wie vor nicht. Nur bei Android-Geräten werden die WhatsApp-Nachrichten angezeigt.

Mein Fazit

Die Stratos 3 aus dem Hause Amazfit wurde von meiner Frau nun ca. 4 Wochen intensiv genutzt. Jeden Tag verschiedene Workouts, regemläßiges Herzfrequenz messen – alles kein Problem. Hier macht die Stratos 3 alles richtig und ziemlich genau. Das Display der Stratos 3 ist in meinen Augen ein klarer Rückschritt und passt so gar nicht zu der sonst recht vernüftig verarbeiteten Smartwatch. Obwohl die Stratos 3 eine extra CPU sowie einen eigenen Kernel für den Energiesparmodus hat, kommt die Stratos 3 lange nicht an die Akkulaufzeit der Amazfit GTR ran. Dennoch muss man sagen, das hier ein Wert von 14 Tagen recht passabel ist. Deutliche teurere Smartwatches (AppleWatch, Samsung Gear, etc.) kommen an so eine Laufleistung nicht ran.

Dennoch erhält man mit der Stratos 3 von Amazfit eine solide Smartwatch, die gerade für Sportler interessant sein könnte. Trotz des Preises von ca. 160 Euro erhält eine gut verarbeitete sowie optisch ansprechende Uhr mit vielen Tracking- und Einsatzmöglichkeiten. Wer allerdings Wert auf ein vernünftiges Display und lange Akkulaufzeit legt, sollte sich sich einmal das GTR-Modell von Amazfit anschauen.

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.