Review – Gravity One von KEF

In der Vergangenheit habe ich schon öfters die Möglichkeit gehabt, Lautsprecher aus dem Hause KEF an- bzw. probezuhören. Wer den Hersteller kennt, weiß das man dabei ordentlich was um die Ohren bekommt.  Egal ob mobile oder Heimlösungen, der Name KEF steht für Qualität und guten Klang. Aus dem mobilen Segment möchte ich Euch heute einen weiteren Kandidaten vorstellen – den Gravity One von KEF.

Beim Gravity One handelt es sich, ähnlich wie bei dem KEF MUO, um einen mobilen Bluetooth-Lautsprecher. Technisch ähnlich, unterscheiden sich beide Geräte optisch sehr deutlich. Kommt der MUO mit einem eher “abgerundetem” Design daher, zeigt der Gravity One klare Kante. Verantwortlich dafür ist das Design Studio Porsche Design. Dabei wurde das Aluminiumgehäuse mit einem Titan-Finish versehen sowie mit einem flügelartigem Design kombiniert. Wie man es von KEF kennt, ist die Verarbeitung einwandfrei. In der Hand wirkt der Gravity One äußerst wertig. Mit einem Gewicht von knapp 800 Gramm wird dieses Gefühl nochmals verstärkt.Geliefert wird der Gravity One – KEF typisch, nur mit dem nötigsten. Dazu gehört eine kurze Anleitung, eine USB-Kabel sowie ein Netzteil mit drei verschiedenen Steckadaptern für verschiedene Steckdosen. So kann der Gravity One auch in anderen Ländern problemlos an das Stromnetz angeschlossen werden. Für den Transport legt KEF eine kleine Tasche bei, die vor Kratzern und Macken während des Transportes schützen soll. Außerdem liegt noch ein Zertifikat in Form einer kleinen schwarzen Plastikkarte bei. Dies bescheinigt das der Gravity One von Porsche Design und KEF gemeinsam konzipiert wurde.

Technische Features

Wie eingangs erwähnt, handelt es sich beim Gravity One um einen mobilen Bluetooth-Lautsprecher. Alle gängigen Geräte (Laptop, Smartphone, Tablet) lassen spielend leicht mit dem  Gravity One verbinden. Die Bluetooth-Schnittstelle nutzt hierbei die aptX-Technologie, welches kabellosen Sound in CD-Qualität verspricht. Gibt es keine Bluetooth-Quelle ist auch ein Anschluss per 3.5mm Klinke am Aux-Eingang möglich. An dem vorhandenen MicroUSB-Anschluss wird der Akku geladen und/oder Firmware-Updates aufgespielt. Ein weiteres Feature befindet sich direkt neben diesen beiden Anschlüssen. So ist es möglich das Smartphone oder Tablet per USB mit Strom des Akkus vom Lautsprecher zu versorgen. Leider gibt es zur Kapazität des Akkus keine genauen Informationen. KEF gibt lediglich an, das der Akku eine Ausdauer von bis zu 10 Stunden hat. Je nach Lautstärke variiert diese Angabe selbstverständlich. Wird ein Smartphone oder ähnliches zum Laden angeschlossen, verkürzt sich diese Zeit nochmals.

Der Lieferumfang beschränkt sich, KEF-typisch , auf´s wesentliche

Das Bedienelement befindet sich oberhalb des Lautsprechers und ist komplett in schwarzem Kunststoff gehalten. Mit sechs Tasten lässt sich der komplett Gravity One bedienen  Die LED-, Bluetooth sowie Mute-Taste sind mit einer kleinen LED versehen, die den aktuellen Status anzeigen. Wird zum Beispiel die Power-Taste länger als zwei Sekunden gedrückt gehalten, zeigt die LED in drei verschiedenen Farben (grün, gelb, rot und rot blinkend) den Status des Akkus an. Das Suchen eines Bluetoothgerätes wird mit einer blinkenden weißen LED signalisiert. Ist eine Verbindung hergestellt, leuchtet die LED durchgehend. Die Lautstärketasten sowie Telefon/Pause-Taste kommen hingegen komplett ohne LED´s aus.

Telefonfunktion

Da die Verbindung beim Gravity One mittels Bluetooth hergestellt wird, ist es auch möglich, Telefongespräche über den Lautsprecher zu tätigen. Um einen Anruf zu starten einfach zwei Sekunden die Hörertaste am Lautsprecher drücken. Mit dem Sprachbefehl: “Kontakt  anrufen” wird der jeweilige Gesprächspartner angerufen – dank des eingebauten Mikrofons kann das Gespräch dann direkt am Lautsprecher geführt werden. Das Ganze ist auch in die andere Richtung möglich. Sobald ein Anruf kommt, einfach kurz die Hörertaste drücken und das Gespräch wird angenommen. Beides funktioniert prima und ist auch von der Klangqualität völlig in Ordnung. Laufende Musik wir selbstverständlich während eines Telefongespräches gestoppt und nach dem Telefonat automatisch fortgesetzt.

Das Bedienelement des Gravity One

Die Klangqualität

Wie bei fast allen KEF-Geräten kommt auch bei Gravity One das patentierte Uni-Q System zu Einsatz. In einer verkleinerten Version dieses Systems bilden Mittel- sowie Hochtöner ein akustisches Zentrum. Für den Bass verwendet KEF zwei rückseitig miteinander verschraubte ABR-Passiv-Tieftöner. In dieser Konstellation werden die erzeugten Kräfte gegenseitig aufgehoben. Dies hat zur Folge das unerwünschte Vibrationen vermieden werden. Aus den Bassreflexöffnungen  die sich versteckt unterhalb des Lautsprechers befinden, sollen dann satte und vor allem saubere Bässe erklingen. KEF nennt dies das “Sit-Anywhere”-Uni-Q-Sound. Die Anordnung der Lautsprecher sowie das Bass-System sollen für raumfüllenden Klang sorgen.

die untenliegenden Bassreflexöffnungen

Musik hören

Der Name KEF steht für Qualität im High-Endbereich. Wie eingangs beschrieben, hatte ich die Möglichkeit schon einige Lautsprecher dieses Herstellers “probe hören” zu dürfen. Egal ob es die kleinen EGG´s , der MUO oder sogar die LS50 Wireless waren – die Lautsprecher haben mich durchweg überzeugt. Beim Gravity One erlebte ich allerdings eine kleine Überraschung. Im leisen bis mittleren Lautstärkebereich kann der Lautsprecher durchaus überzeugen. Die Höhen klingen sehr sauber und der mittlere Tonbereich ist nicht zu dominant. Dank der extra Tieftonlautsprecher  gibt der Gravity One Bässe ebenfalls sehr schön und kräftig wieder. Dem beworbenen “Sit-Anywhere”-Uni-Q-Sound wird der Gravity One in jedem Fall gerecht. Egal wo man im Raum sitzt oder steht – der Sound ist überall gleich.

verschiedene Anschlussmöglichkeiten

Aber nun zur Überraschung die ich mit dem Gravity One erleben musste. Sobald die Lautstärke über die Hälfte hinausgeht, nimmt die Qualität des Klanges deutlich ab. Zwar gibt es keine Verzerrungen aber die Höhen werden sehr dominant und die Bässe sind fast gar nicht wahrnehmbar.  Gerade bei elektronische Musik klingt das ganze dann nicht mehr so toll. Natürlich bin ich mir darüber bewusst, das es sich hier “nur” um einen mobilen Lautsprecher für unterwegs handelt und sicherlich keine ausgewachsene Stereoanlage ersetzen kann. Es ist mir ebenso klar, das ich jeder einzelne Mensch Musik anders wahrnimmt. Die Kritik die ich hier äußere ist auch eher “Jammern auf hohem Niveau”. Nehme ich allerdings zum Vergleich den Bose Soundlink mini 2 oder den KEF MUO , bekomme ich einen deutlich besseren Klang geboten – und das deutlich günstiger.

Mein Fazit

Tolle Verarbeitung, tolle Materialien – das sind Sachen die mich beim Gravity One sofort überzeugt haben. Der Klang geht bis zu einem gewissen Maße völlig in Ordnung, solange man mit der Lautstärke nicht übertreibt. Im Gunde geht der Gravity One eigentlich in Ordnung – wenn da nicht der Preis wäre. Der mobile Bluetooth Lautsprecher hat nämlich einen stolzen Preis von knapp 380 Euro. Den Klang den man dafür erhält, rechtfertigt den Preis meiner Meinung nach nicht. Der Bose Soundlink mini 2 kann klanglich locker mit dem Gravity One mithalten, ist mit 180 Euro aber deutlich billiger.

Kommentar (1) Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Hörer,
    endlich mal einer, der sich traut, die Wahrheit zu sagen.
    Keiner, der diese Boxen für soviel Geld kauft, interessiert sich weiter für Kef.

    Schade Kef.

    Antworten

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