Review – Flight Cloud wireless von HyperX

Gaming Headsets sorgen bei Spieler nicht nur für ein intensiveres Spieleerlebnis, sondern können auch, je nach Spiel, für taktische Vorteile nutzen. Heute stelle ich das Headset Cloud Flight Wireless von HyperX vor. Dieses ist schon einige Jahre erhältlich, wird aber von Gamern immer noch als hervorragendes Headset gelobt.

Die Problematik

Bis vor kurzem nutzte ich noch das kabelgebundene Headset G433 von Logitech. Grundsätzlich ist ein solides Headset, welches aber meiner Meinung nach hier und da einige Schwachstellen hat. So hat man das Gefühl das beim Tragen des Headsets die Umgebungsgeräusche eher verstärkt als gedämmt werden. Verwendet man das G433 mit den herkömmlichen Klinkenstecker direkt an der Soundkarte des PC´s oder Laptops ist das Klangerlebnis sehr unzufriedenstellend. Hier sollte unbedingt die beiliegende USB-Soundkarte verwendet werden.

Die meisten Hersteller (so auch das G433 von Logitech) bewerben Ihre Modelle mit virtuellem 7.1 Sound bzw. DTS 7.1. Das hört sich auf dem Papier erstmal ganz toll an, ist in der Regel aber nicht zu gebrauchen da dies halt nur virtuell bewerkstelligt wird. Klar, es gibt Modelle die das Ganze recht gut umsetzen allerdings muss man hier auch mit Preisen jenseits der 200-Euro-Grenze rechnen. Für Gelegenheitsspieler wie mich kommt das aber nicht in Frage.

Zurück zum G433 – der Lautstärkeregler arbeitet bereits nach einigen Wochen nicht mehr sauber – die Lautstärke lässt sich somit nicht mehr sauber regeln und es ist ständig ein Kratzen im Kopfhörer zu hören. Kurzfristig kann dieses Problem mit Kontaktspray gelöst werden.

Der größte Nachteil ist aber wohl die generelle Verwendung eines Kabels. Irgendwie ist das immer im Weg und kann beim Spielen nach einiger Zeit nervig werden. Wer einmal einen kabellosen Kopfhörer getragen hat wird das nicht mehr missen wollen. Beim Kauf eines neuen Headsets kam also nur ein kabelloses Modell in Frage.

Kriterien

Folgende Kriterien für ein Gaming Headset sind beim Kauf für mich wichtig bzw. relevant:

  • kabellos
  • abnehmbares Mikrofon
  • nicht zu schwer
  • lange Akkuleistung
  • notfalls auch mit Kabel nutzbar
  • Preis ca. 100 Euro

 

Mit diesen Kriterien habe ich im Internet nach passenden Modellen gesucht. Ich rate auch jedem sich vorab bewusst zu machen worauf man Wert legt, denn das Angebot ist mittlerweile recht unübersichtlich geworden. Bei meiner Suche mit genannten Kriterien tauchte dabei immer wieder das Cloud Flight von HyperX auf. Es scheint wohl da es davon bereits aktuellere, überarbeitete Modell gibt, diese sich aber in der Preisklasse nicht gegen das Cloud Flight durchsetzen konnten. Das Youtube Video von Damir Franc hat mich dann letzten Endes überzeugt. Zum Preis von knapp 130 Euro habe ich dann zugeschlagen.

Lieferumfang

Hier beschränkt sich HyperX auf das wesentliche. Neben dem Headset selbst befindet sich noch ein Ladekabel, das abnehmbare Mikrofon und ein paar Beipackzettel im Lieferumfang. Ärgerlich – obwohl das Cloud Flight auch per Klinkenstecker und somit als kabelgebundenes Headset einsetzbar ist, liegt dem Paket solch ein Kabel nicht bei. Um das Headset kabellos zu nutzen wird ein sogenannter USB-Dongle benötigt. Diesen findet man selbstverständlich auch im Lieferumfang.

Design und Verarbeitung

Das Cloud Flight ist aus schwarzem, leicht mattem Kunststoff gefertigt. Akzente setzen die beiden roten Kabel über den eigentlichen Kopfhörern. Links und rechts befindet sich außen jeweils das HyperX Logo welches im Betrieb leuchtet. Hier kann man zwischen drei Leuchtmodi (aus/dauerhaft/pulsierend) auswählen. Eigentlich ein nettes Gimmick, welches ich aber nicht nutze. Warum – dazu später mehr.

Obwohl das ganze Headset aus Kunststoff besteht, wirkt es in keinem Fall billig. Alles macht einen wertigen Eindruck und ist sauber verarbeitet. Selbst bei stärkeren Verdrehungen knarzt nichts am Kopfhörer und „springt“ dann immer problemlos in die Ausgangsposition zurück. Die Rasterung des Metallbügels für die Einstellung der Kopfgröße ist ausreichend straff und gewährleistet in Verbindung mit dem Anpressdruck am Kopf einen sicheren und soliden Halt.

 

Konnektivität & Bedienung

Die Verbindung ist denkbar einfach. Einfach den mit mitgelieferten USB-Dongle in einen freien Steckplatz am PC, Laptop oder Konsole einstecken. Das Headset wird automatisch erkannt und kann sofort genutzt werden. Als Verbindung nutzt das Cloud Flight nicht den herkömmlichen Bluetooth-Standard, sondern einen 2.4Ghz Wireless-Verbindung. Dies hat den großen Vorteil, das die Übertragung quasi latenzfrei ist. Beim Hören von Musik fällt sowas nicht auf. Bei Spielen ist das aber Grundvoraussetzung. In diesem Video wird der Unterschied bzw. Vorteil sehr schön und verständlich erklärt:

Die Reichweite der Verbindung wird mit 20 Metern angegeben. Lässt sich in einer Wohnung in der Regel schwer ausprobieren. Ich kann aber sagen das ich in meiner Wohnung (knapp 80qm) in jedem Zimmer problemlosen Empfang habe.

Die Lautstärke kann über den Endlos-Regler auf der rechten Seite eingestellt werden. Erreicht Ihr die Maximallautstärke wird dies mit einem Ton signalisiert. Dies passiert auch dann, wenn die Lautstärke das Minimum (also quasi lautlos) erreicht habt. Auch die linke äußere Ohrmuschel hat eine sinnvolle Funktion – einmal drücken aktiviert das Mikrofon, drückt Ihr die Taste das zweite Mal, wird das Mikro gemutet. Beides wird mit einem akustischen Signal bestätigt. Um das Headset ein- bzw. auszuschalten drückt Ihr einfach den Powerbutton für eine Sekunde.

Der Akku

Vor der ersten Benutzung empfiehlt es sich, das Headset einmal vollständig aufzuladen. Bei mir hat das Ganze ca. 1.5 Stunden gedauert. Diese Zeit kann extrem variieren – je nach dem über welche Energiequelle das Headset angeschlossen wird. Grundsätzlich kann jedes Netzteil genutzt werden, welches über einen USB-Anschluss verfügt. Der Ladevorgang wird über das Logo an de Ohrmuscheln visualisiert. Während des Ladevorgangs pulsiert das Logo in Rot. Ist der Akku vollständig geladen erlischt das Logo – das Headset ist vollständig geladen.

Die Akkulaufzeit wird vom Hersteller mit bis zu 30 Stunden bei einer Lautstärke von 50% angegeben. Solltet Ihr aber Wert auf das leuchtende Logo legen, ändert sich der Wert drastisch. Bei dauerhaftem Leuchten des Logo verringert sich die Laufzeit auf 13 Stunden, lasst Ihr das Logo pulsieren hält das Headset 18 Stunden durch bevor es wieder an den Strom muss. Da für mich das leuchtende Logo keine Relevanz hat, habe ich dieses komplett ausgeschaltet und nutze die gesparte Energie lieber für einen längere Akkulaufzeit. Um die verschiedenen Modi der Beleuchtung durchzuschalten, wird einfach der Powerbutton kurz gedrückt. Ihr habt hier die Wahl zwischen pulsierendem und dauerhaftem Leuchten. Als dritte Option wird das Logo komplett ausgeschaltet und meldet sich nur kurz beim Einschalten des Headsets.

 

Das Mikrofon

Hier darf man keine Wunder erwarten. Sicherlich ist das Mikro nicht für professionelle Podcast Produktionen geeignet – reicht für Sprachchats vollkommen aus. Durch die Geräuschunterdrückung im Mikro ist das Headset sogar von TeamSpeak sowie Discord zertifiziert worden.

 

Der Klang

Hier hat mich, ehrlich gesagt, dass Cloud Flight echt überrascht. Insgesamt ist der Sound, gerade bei Spielen sehr gut und ausgewogen obwohl man merkt das dass Headset leicht basslastig ist. Trotz fehlendem 7.1 Sound, DTS oder ähnlichem sind einzelne Positionen gut ort- und hörbar. Selbst beim Musik hören kann das Headset überzeugen – kommt aber lange nicht an professionelle Stereokopfhörer ran. Entgegen einiger Aussagen im Internet das Cloud Flight sein zu leise, finde ich das die Lautstärke mehr als ausreicht. In der Regel höre ich Musik oder spiele bei einer Lautstärke zwischen 30-40 Prozent. Da das Cloud Flight kein ANS (Active Noise Cancellation) unterstützt sind selbstverständlich Geräusche von außerhalb hörbar. Das hält sich aber in Grenzen und stört nicht weiter.

Mein Fazit

Mit dem HyperX Cloud Flight erhält man ein grundsolides Wireless Headset. Ohne großen Schnickschnack konzentriert sich das Headset auf das Wesentliche. Guten Klang sowie tollen Tragekomfort runden das Ganze ab. Wer also auf der Suche nach einem guten Mittelklasse-Headset ist und bereit ist um die 100 Euro dafür anzulegen sollte sich das Cloud Flight von HyperX einmal genauer anschauen.

 

 

 

 

 

 

 

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