Review – 21:9 Monitor LG 34UM69G

Die Auflösung von 1920×1080 Pixeln, also Full HD-Auflösung, ist bei Monitoren mittlerweile Standard geworden und auch noch am meisten verbreitet. Auch das Bildformat von 16:9 ist mittlerweile Standard geworden und ist bei fast jedem modernen Monitor zu finden.Allerdings ändert sich der Markt seit einiger Zeit – Auflösungen jenseits von Full HD sind keine Seltenheit mehr und das Bildformat von 21:9 (Ultrawide) erfreut sich, gerade bei Gamern, immer größerer Beliebtheit. Einen Vertreter mit dem neuen Format und erhöhter Auflösung möchte ich heute vorstellen – den LG 34UMG69G.

Monitor ist nicht gleich Monitor – das wurde mir bei der Suche nach einem neuen Gerät schnell klar. Die Auswahl ist mittlerweile unüberschaubar geworden und jeder Hersteller wirbt mit tollen Features und Sonderfunktionen. Doch was braucht man wirklich? Welches Auflösung brauche ich und welches Panel ist das richtige? G-Sync oder Freesync? Welche Bildwiederholrate soll der Bildschirm haben? 16:9 oder 21:9? Alles Fragen, die man sich vor dem Kauf eines neuen Monitor stellen sollte.

Der Alte

Mein alter 27 Zoll Monitor stammt aus dem Hause Philips und wurde ohne große Überlegungen angeschafft. Der Monitor hat eine Full HD-Auflösung und hat eine angegebene Reaktionszeit von 1ms. Als Panel kommt ein TN-Panel zum Einsatz. Ebenfalls im Monitor verbaut waren ein Paar Lautsprecher mit 2 Watt Leistung, die aber nie genutzt wurden.Dieser Monitor soll nun gegen einen neuen, besseren ausgetauscht werden.

Die Problematik

Meinen Rechner nutze ich hauptsächlich für Foto- und Videobearbeitung sowie für Office und das Bloggen. Allerdings sitze ich auch gerne mal vorm PC und spiele – der Hauptgrund warum ich mir wieder einen großen Rechner angeschafft habe. Alle anderen Sachen sind, wenn auch zum Teil eingeschränkt, problemlos über den Laptop zu bewerkstelligen. Bisher war ich mit meinem Monitor eigentlich zufrieden, bis zu dem Tag als ich vor einem 30 Zoll BIldschirm stand und ich nicht glauben konnte was ich da sah. Der Bildschirm überzeugte mit  strahlenden Farben und einem gestochen scharfem Bild, so das mir mein Monitor dagegen vorkam wie ein 20 altes Gerät. Allerdings habe ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht an einen Neukauf gedacht, sondern mich mal etwas genauer mit den Einstellmöglichkeiten meines Monitors beschäftigt. Allerdings habe ich es nicht geschafft, dem Monitor ein halbwegs vergleichbares Bild zu entlocken. Ganz im Gegenteil – mit Funktionen wie SmartContrast oder SmartImage Lite wurde das Bild eher noch schlechter. Buchstabenränder sahen “angefressen” aus, bei schnellen Bewegungen in Spielen war deutlich Schlierenbildung zu erkennen und die Farben blieben einfach blass. Nach mehreren Einstellversuchen bin ich dann endlich zu dem Schluss gekommen das der Philips als Einstiegsmodell durchaus ausreichend ist, solange man das Teil auf Werkseinstellung lässt und nichts verändert. Für den damaligen Preis von knapp 200 Euro darf man aber auch keine eierlegende Wollmilchsau erwarten. Für mich war klar – ich brauche was neues.

Welches Panel

Zweifels ohne gehört das Panel zum Herzstück eines jeden Monitors. Unterschieden wird hierbei zwischen TN, IPS, PVA oder MVA-Panel. Dabei kann man allerdings nicht sagen das es ein “bestes” Panel gibt. Jedes hat seine Vor- und Nachteile. Daher ist es ratsam sich vorher genauestens zu informieren, welches Panel am besten zu einem passt. Mein alter Monitor hatte ein TN-Panel. Diese zeichnen sich durch eine gute bis sehr gute Reaktionszeit aus und sind daher optimal für Spieler geeignet. Allerdings fehlt es dem Panel an Farbe – die Farbwiedergabe ist, sowie schon beschrieben, eher blass. Außerdem verändern sich die Farben sehr schnell wenn man nicht genau mittig vor dem Bildschirm sitzt. Gerade bei großen Bildschirmen kann dies problematisch sein. Der LG 34UM69G hat ein IPS-Panel. Dies hat eine deutlich besser Farbwiedergabe und deckt 99% des sRGB Farbraums ab. IPS-Panel galten in der Vergangenheit als zu Träge für Gamer, da die Reaktionszeit dieses Panels nicht schnell genug war. LG gibt an das der 34UM69G eine Reaktionszeit von 1ms hat – dies kann ich nicht bestätigen. Nach eigenen Messungen kam ich in etwa auf 5ms. Das ist aber immer noch mehr als ausreichend um Ego-Shooter oder ähnliches ohne Schlierenbildung zu spielen. Auch bei einer Größe von 34 Zoll und einem Bildformat von 21:9 hat der Monitor eine sehr gute Farbwiedergabe und auch bei extremen Blickwinkeln verändert sich das Bild nicht.

links TN-, rechts IPS-Panel. Der Unterschied ist deutlich erkennbar

mehr Hertz = mehr FPS

Die Hertzzahl – auch eine Sache die lange keine oder nur kaum Beachtung bei Monitoren gefunden hat. In der Regel liegt diese auch heute noch bei Standard-Monitoren bei 60 Hertz. Doch was sagt diese Zahl eigentlich aus. Die Hertzzahl (Bildwiederholfrequenz) gibt an, wie oft das Bild auf dem Monitor in der Sekunde wiederholt wird . Ist diese Hertzzahl zu niedrig nimmt das menschliche Auge ein Flackern” des Bildes wahr und das Arbeiten oder Spielen am Monitor wird schnell anstrengend. Man kann grob sagen –  je mehr Hertz der Monitor hat, umso ruhiger ist das Bild. Der LG 34UM69G hat eine Bildwiederholfrequenz von 75Hz und reicht meiner Meinung nach völlig aus. Allerdings drängen immer mehr Monitore auf den Markt die eine deutlich höhere Frequenz haben.  Monitore mit 144Hz oder 240Hz sind für Profi-Gamer unerlässlich um auch in schnellen Gefechten flüssige Bewegungen zu haben. Für den Hausgebrauch ist man aber mit 75Hz schon sehr gut versorgt. Wichtig ist bei der ganze Sache allerdings auch eine potente Grafikkarte – schafft die z.B. in 3D Anwendungen von sich aus keine 75 Bilder pro Sekunde (FPS), bringt einem auch ein Monitor nichts, der 75Hz oder mehr hat.

 

V-Sync, FreeSync oder G-Sync

Folgendes Szenario – Ihr habt eine Grafikkarte die bei einem x-beliebigem Spiel 120 Bilder pro Sekunde (FPS) an den Monitor weitergibt. Der Monitor hat eine Bildwiederholfrequenz von 60Hz. Gerade bei Shootern oder schnellen Bewegungen in Spielen werdet Ihr feststellen, das obere und untere Bildhälfte nicht immer zusammenpassen, es entsteht das sogenannte Tearing. Einfach erklärt – der Monitor kann die Anzahl der Bilder die von der Grafikkarte kommen nicht schnell genug verarbeiten da die Wiedergabe auf 60 Bilder pro Sekunde beschränkt ist. Um dem entgegenzuwirken, gibt es die Funktion V-Sync (Vertikale Snycronisation). Diese hindert die Grafikkarte daran neue Bilder an den Monitor zu schicken bzw. diese zu aktualisieren, solange der Monitor das aktuelle Bild nicht vollständig aufgebaut hat – das Tearing verschwindet. In dem genannten Fall gibt die Grafikkarte nur noch 60 Bilder pro Sekunde aus – obwohl mehr möglich wäre. Will ich die volle FPS-Leistung der Grafikkarte nutzen, muss ich V-Sync deaktivieren und mit dem bereits genannten Tearing klar kommen.

 

Tearing gehört dank FreeSync der Vergangenheit an

Allerdings wir die Funktion langsam aber sicher nicht mehr gebraucht. FreeSync bzw. G-Sync sind zwei neue Funktionen die das Problem des Tearings anders lösen. Ich beziehe mich hier nur auf FreeSync , da ich dieses aktiv nutze – im Grunde genommen arbeitet G-Sync aber ähnlich.  Grundsätzlich kann man aber festhalten – FreeSync arbeitet nur mit AMD-Grafikkarten, G-Sync nur mit nVidia Karten. Bisher gibt es meines Wissen keine Monitore die beide Systeme nutzen. G-Sync-Monitore sind auch deutlich teurer da im Monitor ein extra Modul verbaut ist. Um diese neue Funktion nutzen zu können, müssen zwei Voraussetzungen gegeben sein. Ihr braucht einen Monitor sowie eine passende Grafikkarte die eines der beiden Systeme nutzen – in meinem Fall ist es FreeSync von AMD. Der LG 34UM69G hat einen FreeSync-Bereich der von 40-75Hz arbeitet. Die Bildwiederholfrequenz des Monitors wird hierbei an die der Grafikkarte angepasst. Somit wird immer dann das Bild am Monitor aktualisiert, wenn ein neues berechnet und ausgegeben wird. Dadurch wird das Problem Tearings behoben.

Rückseite LG 34UM69G und Fuß

 

Bildgröße und Bildformat

Wie ich eingangs erwähnte hat meine alter Bildschirm eine Größe von 27 Zoll gehabt. Diesmal sollte der neue Monitor ruhig etwas größer werden – ich habe bei meiner Recherche daher speziell nach 30 Zoll Monitoren im 16:9 Format Ausschau gehalten. Obwohl 16:9 ein gängiges Format ist, habe ich nicht wirklich was passendes gefunden. Entweder waren mir die Bildschirme zu teuer oder hatten einfach nicht die Ausstattung die ich mir vorgestellt habe. Durch Zufall bin ich dann auf LG gestoßen und habe mir deren Monitore mal etwas genauer angeschaut. LG gehört zu den wenigen Hersteller die 21:9 Monitore bauen und nennen das Ganze dann UltraWide. Beguckt man sich die Geräte versteht man auch was mit dem Begriff gemeint ist. Die Bildschirme sind extrem breit und bieten ca. 30 Prozent mehr Bildfläche als herkömmliche 16:9 Bildschirme. Das kleinste Modell aus der UltraWide-Reihe ist 29 Zoll groß, das Größte Modell liegt bei 38 Zoll. Ich habe mich dabei für die goldene Mitte entschieden und mir das 34 Zoll Modell zugelegt. Das hört sich erstmal sehr groß an , ist es aber nicht, das der Bildschirm wie gesagt sehr breit ist. So entspricht die aktive Bildfläche mit einer Höhe von ca. 34cm “nur” einem herkömmlichen 27 Zoll Monitor, ist aber mit gut 80cm Bildschirmbreite deutlich größer. Das 21:9 Format steigert die Produktivität am Rechner ungemein. So können problemlos mehrer Internetseiten gleichtzeitig geöffnet werden, trotzdem hat man alles auf einen Blick ohne ständig zwischen den Seiten hin- und herschalten zu müssen. Bei meinen Adobe Premiere Projekten habe ich nun deutlich mehr Überlick da die Timeline um ein ganzes Stück länger ist. Auch Office geht nun deutlich besser von der Hand. Ganze 3,5 DIN A4 Seiten kann ich nebeneinander darstellen. Bereits nach kurzer Zeit hat mich das 21:9 Format völlig überzeugt.

Der Monitor

Nach langen Erklärungen rund um das Thema Monitortechnik komme ich nun zum eigentlichen Gerät –  dem LG 34UM69G. Geliefert wird dieser entsprechendem Netzteil, einem HDMI- Kabel und ein Standfuß welcher auch höhenverstellbar ist. Letzteres nutze ich allerdings nicht, da ich den Monitor dank VESA-Vorrichtung direkt an dern Wand montieren konnte. Folgende Features besitzt der LG 34UM69G:

  • 21:9 Format bei einer nativen Auflösung von 2560×1080
  • IPS Panel mit 99% sRGB Farbraumabdeckung
  • 75 Hz
  • FreeSync Technologie
  • DisplayPort sowie HDMI Anschluss

Mein Fazit

Bereits nach kurzer Nutzungsdauer kann ich sagen – nie wieder was anderes als 21:9 Format. Nicht nur im Windowsbetrieb und beim produktiven Arbeiten macht sich das Format bemerkbar sondern auch beim Gaming. Gut 30 Prozent mehr Bildschirmfläche schaffen schon den ein oder anderen Vorteil , egal ob Egoshooter, Strategie oder Rennspiel. Hinzu kommt das tolle IPS Panel. Beim LG 34UM69G erhält man ein gestochen scharfes Bild und satte Farben. Besonders bemerkbar macht sich das bei Photoshop oder Adobe Premiere.Dank FreeSync Technologie gehören Tearing oder ruckelnde Spiele der Vergangenheit an. Das Design und die gute Verarbeitung runden das Ergebnis nochmals ab. Daher spreche ich für den LG 34UM69G eine klare Kaufempfehlung aus. Der Monitor ist für ca. 450 Euro erhältlich.

 

 

 

Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

  1. Moin,

    eine sehr ausführliche und aufschlussreiche Review dieses Geräts. Prima! Mich würde jedoch mal interessieren mit welcher Wandhalterung du das Gerät befestigt hast, da die Halterung ja im Gerät versenkt ist?

    Freue mich auf dein Feedback 🙂

    Antworten

    • Hi,

      mittlerweile steht der Monitor wieder auf dem mitgeliefertem Fuß. Die Möglichkeit den Monitor in der Höhe zu verstellen sollte dann doch erhalten bleiben – im Ganzen sieht das sogar noch ein bisschen besser aus. Für die Wandhalterung habe ich folgende verwendet:

      Bilder-Upload.eu - share DEINE Bilder

      Allerdings kann ich dir nicht mehr sagen wo ich die her habe (ich glaube ebay) und wie der Hersteller heisst. Allerdings hat diese optimale in die Aussparung des Monitors gepasst.

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