Projekt Gaming PC

Wie ich ja vor einigen Tagen berichtet habe, möchte ich mir nach langer Zeit mal wieder einen Gaming PC zusammenstellen. Mit einem Budget von ca. 600 Euro sollte ein PC her, der aktuelle Spiele bei  mittleren Details  in Full HD ruckelfrei und flüssig darstellen kann. Nach langen Recherchen im Internet habe ich nun Gaming PC zusammengestellt und möchte Euch diesen hier im einzelnen vorstellen.

Seit gut zwei Wochen habe ich nun endlich wieder einen Desktop-PC. Allerdings habe ich keinen fertig vorkonfigurierten Rechner gekauft sondern habe mir diesen selbst ganz individuell zusammengestellt. So konnte ich den Rechner optimal an meine Bedürfnisse anpassen und wirklich nur die Hardware verbauen die ich benötige.

Das Budget

Ich habe mir ja, wie bereits erwähnt ein Limit von 600 Euro gesetzt. Leider musste ich feststellen das dies, zumindest für meine Anforderungen, nur sehr schwer möglich ist. Ich habe verschiedene Konfigurationen durchprobiert, immer wieder den Rotstift angesetzt und bin letzten Endes immer wieder auf eine Summe von ca. 700 Euro gekommen – unter diesem Preis hätte ich nur noch Abstriche bei der CPU und/oder Grafikkarte machen können. Eine Möglichkeit die für mich nicht in Frage kam.

Die Vorbereitung

Nach ca. zwei Monaten Recherche habe ich etliche Forenbeiträge und Kaufempfehlungen durchgelesen. Auch bei Youtube gibt es zig Videos zum Thema PC zusammenstellen. Ganz besonders interessant fand ich die Videos von Zenchillis Hardware Reviews. Fast alle meiner gekauften Komponenten wurde aufgrund seiner Videos gekauft. Auch in einem Chat-Gespräch mit Zenchilli habe ich wertvolle Tips erhalten. Danke erstmal dafür. So ist mir, glaube ich, eine recht gute Zusammenstellung gelungen, die meine Erwartungen mehr als erfüllt hat.

Die CPU

Sozusagen das Herzstück des Ganzen. Zum Einsatz kommt eine  i5-6500 CPU von Intel. Der Prozessor besitzt 4 Kerne und taktet mit jeweils 3,2 GHz. Die Turbo-Taktfrequenz liegt bei 3,60 GHz. Trotz der hohen Leistung liegt die durchschnittliche Leistungsaufnahme bei sparsamen 65 Watt. Zur Auswahl stand noch der etwa 50 Euro günstigere i5-6400, welcher aber lediglich einen Prozessortakt von 2,7 GHz  hatte sowie der i5-6600 mit 3,9 GHz Standardtakt. Diese sollte beim Rechnerkauf ca. 60 Euro mehr als der 6500er kosten. Nach dem Video von Zenchilli war für mich aber schnell klar, das ich mit dem i5-6500 genau richtig liege und ich eine solide CPU erhalte. Der boxed Lüfter wurde erst gar nicht verbaut sondern gegen eine größeren und effizienteren Lüfter ausgetauscht.

[embedyt] http://www.youtube.com/watch?v=XLdYljqJTEI[/embedyt]

Der CPU-Lüfter

Es war von Anfang an klar, das ich den mitgelieferten Lüfter der CPU nicht nutzen werde. Grundsätzlich reichen diese für den Standardgebrauch aus. Allerdings sind diese im Betrieb auch deutlich hörbar, was mich ziemlich genervt hätte. Aufgrund des kleinen Lüfters muss dieser dementsprechend schnell drehen um die CPU ausreichend zu kühlen. Abhilfe schafft hier ein größerer Lüfter mit entsprechendem Kühlkörper. Dabei habe ich mich für einen Kühler von Alpenföhn entschieden. Das Model Ben Nevis  ist mit knapp 24 Euro sehr günstig und liefert eine tolle Leistung. Der 120mm Lüfter ist quasi nicht hörbar und die drei 6mm Heatpipes leiten die Wärme schnell in de Kühkörper,was die Temperatur der CPU auch unter Vollast nicht über 65°C steigen lässt.

Alpenföhn “Ben Nevis” – fast lautlos und sehr effizient

 Das Mainboard

Auch hier sollte man genau drüber nachdenken was man mit dem Rechner vorhat. Will man die CPU übertakten, wie schnell so die Anbindung an den  Speicher sein, wie viel USB-Anschlüsse benötige ich und welchen Formfaktor soll da Board haben. Es ist gar kein Problem, mehrere hundert Euro für ein Mainboard auszugeben und dann am Ende doch nicht wirklich das passende zu bekommen. Vorher informieren ist hier Pflicht. Für meinen PC habe ich mich für das B150M Mortar von MSI entschieden. Hierbei handelt es sich um ein Board im mATX-Format. Als Chipsatz kommt der B150M zu Einsatz. Genügend USB-Anschlüsse (2x USB 2.0 sowie 4x USB 3.1) sind vorhanden. Eine verstärkter PCIe-Slot hat auch keine Probleme mit schweren Grafikkarten. Auch für spätere Aufrüstungen ist das Board gewappnet –  das Mortar unterstützt problemlos i7-CPU´s  und kann maximal bis 64GB Arbeitsspeicher aufnehmen.  Netter Nebeneffekt – das Mortar besitzt auf der Rückseite 4 rote LED´s die das Board  im verbauten Gehäuse schimmern lassen.

MSI B150M Mortar- gut verarbeitetes und solides Mainboard

Der Arbeitsspeicher

Zunächst waren nur 8GB eingeplant. Allerdings ist sehr schwachsinnig bei den aktuellen Speicherpreisen nicht direkt 16 GB zu verbauen. Gesagt, getan. Zum Einsatz kommen hier zwei 8GB Dual Channel Kits von Kingston. Es handelt sich dabei um HyperX Fury DDR4-2133 Speicher aus dem Hause Kingston. Die Serie besitzt die Fähigkeit den Speicher automatisch auf 2666 MHz zu übertakten. Dank der geringen Leistungsaufnahme von 1,2 Volt und einem Low-Profile Kühler wird der Speicher auch bei höherem Takt nicht zu heiß. Der Speicher unterstützt auch XMP 2.0. Damit ist gewährleistet das der Speicher immer richtig getaktet läuft und lässt zudem ein leichteres Übertakten zu. Voraussetzung ist allerdings das auch das Mainboard XMP 2.0 unterstützt. Das ist mit dem oben genannten Mortar von MSI selbstverständlich kein Problem.

Kingston HyperX Fury

Die Grafikkarte

Gerade im Gaming-Berich wohl die wichtigste Komponente im Rechner. Wer sich, so wie ich, längere Zeit nicht mit Grafikkarten beschäftigt, wird ohne entsprechende Recherche Probleme haben die richtige Grafikkarte zu finden. Klar, vom Chipsatz her alles kein Problem. Schliesslich gibt es nur noch nvidia oder AMD (ehemals ATi). Entscheidet man sich für einen, wird kompliziert. Vewirrende Bezeichnungen in den Modellen machen die ganez Sache nicht so leicht. So kann es passieren das sich zwei Modelle signifikant im Takt unterscheiden obwohl es sich um den gleichen Chipsatz handelt. Genaues lesen und informieren ist also auch hier empfehlenswert. Zunächst habe ich über ein GTX 1050 Ti von nvidia nachgedacht. Allerdings habe ich mir auf Zenchillis Rat mal die RX 470 von AMD angeschaut. Im Vergleich zur 1050 Ti von nvidia hat die RX 470 mit 256Bit eine doppelt so hohe Grafikspeicheranbindung. Mit dem GPU-Takt von 1230 MHz kommen so je nach Spiel um die 30-40 FPS (Frames per Second) mehr als bei der 1050 Ti zustande. Preislich tut sich beiden Karte nicht viel. Daher habe ich mich dann kurzfristig dazu entschlossen die Radeon RX 470 Gaming G1 von Gigabyte zu kaufen. Die Karte hat 4GB DDR5 Speiicher und somit sollte es kein Problem sein mit Auflösungen jenseits von 1920×1080 noch vernünftige Frame-Raten zu erhalten.

Das Netzteil

Ebenfalls eine sehr wichtig Komponente ist das Netzteil. Fälschlicherweise gehen viele davon aus, das dabei die Watt-Zahl ausschlaggebend ist. Da werden Netzteile mit unglaublichen 750 oder sogar 1000 Watt beworben. Das ganze bekommt man dann auch noch für unter 30 Euro. Der gesunde Menschenverstand sollte einem eigentlich schon sagen, das dass nicht funktionieren kann. Geräte in solchen Preisklassen sind in der Regel billige China-Produktionen die nicht nur nicht die angegebene Leistung haben sondern auch gefährlich sind. Ich selbst habe es schon erlebt das sich solch ein Netzteil mit ´nem lauten Knall verabschiedet hat und aufgrund fehlender Schutzfunktionen das Mainboard einen Kurzschluss erlitten hat. Leistungen von über 500 Watt werden, wenn überhaupt nur von High-End-Systemen benötigt. Welche Leistung man für seinen PC benötigt, kann man  z.B. hier prüfen. Einen ähnlichen Service bietet MSI hier an. Es werden einfach sämtliche Komponenten angegeben, die Seite errechnet daran die tatsächlich benötigte Leistung (Watt). Ebenfalls wichtig beim Kauf eines Netzteiles ist die 80 plus-Zertifizierung. Somit ist gewährleistet, das der Wirkungsgrad immer mind. 80 % beträgt, egal ob bei 20, 50 oder 100 % Last. Je nach Zertifizierung (bronze, silber, gold) ist der mind. Wirkungsgrad höher. So muss ein Netzteil mit dem Zertifikat 80+ gold bei einer last von 50% mindestens einen Wirkungsgrad von 92% haben.Mit diesen Informationen sollte es kein Problem sein, ein passendes Netzteil zu finden. Ich habe mich bei meinem Rechner für das be quiet Pure Power 9 mit 500 Watt entschieden. Das Netzteil hat ein 80+ silber Zertifizierung und ist dank eines geräuschoptimierten 120mm-Lüfter nicht hörbar. Außerdem bietet das Netzteil ein Kabelmanagement. So werden nur die Kabel angeschlossen die wirklich benötigt werden. Das sorgte für ein aufgeräumtes Computergehäuse.

Kabelmanagement am be quiet Pure Power 9 500 Watt

Das Gehäuse

Eine Komponente bei der ich wohl am meisten auf den Preis geachtet habe. Das Problem an der ganzen Sache ist, das ein Gehäuse welche meinen Vorstellungen entspricht um 150-200 Euro kostet. Diese Geld hatte ich einfach nicht über und musste daher zunächst auf ein günstiges Gehäuse setzen. Mit dem Carbide Series 100R von Corsair habe ich dabei ein gutes Gehäuse bekommen welches ausreichend Platz hat und eine gute Verarbeitung aufweist. Für den Preis von knapp 50 Euro ist das soweit in Ordnung.

Damit die ganze Hardware auch mit genügend Frischluft versorgt wird, habe ich dem Gehäuse noch zwei 120mm Lüfter “Shadow Wings SW1 ” von  be quiet  spendiert. Bei den Lüfter handelt es sich Low-Speed Lüfter, die eine maximale Drehzahl von 800 U/min haben. Somit sind die beiden Lüfter auch bei voller Drehzahl nicht hörbar und sorgen dafür das die Temperatur im Gehäuse nicht über 40°C kommt.

be quiet Silent Wings 120mm

 

Datenträger

Als Systemplatte habe ich eine 500 GB SSD von Samung (850 Evo) verbaut. Seit bereits 4 Jahren nutze ich nur noch SSD´s. Die Geschwindigkeit ist einfach unübertroffen und macht das ganze System rasend schnell. So dauert der Start von Windows gerade mal knapp 4 Sekunden und Programme wie Photoshop haben extrem kurze Ladezeiten. Eine herkömmliche HDD mit 500 GB zur Datensicherung wurde ebenfalls verbaut. Außerdem ist noch ein obligatorisches DVD-Laufwerk vorhanden.

unschlagbar schnell- SSD 850 Evo von Samsung

Mein Fazit

Der ganze Spass zusammen hat ca. 750 Euro gekostet. Dafür habe ich einen PC komplett nach meinen Wünschen erhalten und ich muss sagen das Ergebnis hat mich absolut überzeugt. Klar, es steht nun kein High-End-PC neben meinem Schreibtisch, aber mit Sicherheit ein sehr guter Rechner der Mitteklasse der auch aktuelle Spiel wie zB. Battlefield 1 oder Anno 2205 mit hohen Details absolut flüssig darstellt. Außerdem reicht Prozessor, RAM-Menge sowie die Grafikkarte noch locker für die Zukunft. Somit kann ich sagen – Projekt Gaming PC erfolgreich gemeistert.

 

Kommentare (4) Schreibe einen Kommentar

  1. Für alle die sich selber einen Computer zusammenstellen wollen und dabei auch noch eine möglichst günstige Kombination suchen statt sich eben einen fertigen Gamer Pc zu kaufen wirklich hilfreich!

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