Ich druck mir die Welt, wie sie mir gefällt – 3D-Druck auf dem Dortmunder Blog

Ein Thema über das ich mich schon seit einiger Zeit informiere, sind 3D-Drucker. Zu Anfang noch unerschwinglich sind die Geräte in der Mittelklasse echt bezahlbar geworden. Bei JB Steeldesign betreue ich aktuell die Planung und den Bau eines CNC-Plasmaschneiders. Viele Teile dafür entstehen ebenfalls in einem  3D-Drucker. Dies war auch letzten Endes der Grund mir selbst so ein Teil anzuschaffen. Welches Model es geworden ist und wie die ersten Drucke waren, erfahrt Ihr hier.

Lehrgeld

Beim ersten 3D-Drucker wollte ich jetzt nicht wer weiss wieivel Geld anlegen – der erste Kauf war auch eher dafür gedacht, die Technik kennen zu lernen und ein bisschen zu experementieren. Auf der Suche ergaben sich für mich zwei Möglichkeiten. Zum einem der GeeeTech Prusa i3 Pro B oder der i3 Mega von Anycubic. Der Preis von knapp 170 Euro hat mich dann zum ersten Modell greifen lassen. Das Modell von Anycubic hätte mal eben gut 100 Euro mehr gekostet. So weit so gut- Drucker bestellt und nach einigen Tagen saß ich vor einem großen Karton mit gefühlt 1000 Einzelteilen. Da es sich hier um Modell aus China handelt ( wie fast alle erhältlichen 3D-Drucker) war natürlich keinerlei anständige Aufbauanleitung dabei. Lediglich ein paar Videos vom Hersteller habe ich auf YouTube gefunden, damit ging es so einigermaßen. Nach ca. 8 Stunden Aufbauarbeit stand der Drucker einsatzbereit auf meinem Schreibtisch. Voller Vorfreude stürzte ich mich auf den ersten Testdruck – das Ergebnis war niederschmetternd. Es kamen keine vernüftigen oder vorzeigbare Drucke aus dem Teil. Also stundenlanges Lesen von Erfahrungsberichten, durch Foren wühlen und diverse Chats bis tief in die Nacht mit Gleichgesinnten, brachten zwar Verbesserungen, trotzdem stellte mich das Ergbenis nicht zufrieden. Für jeden neuen Druck musste das Druckbett manuell neu ausgerichtet werden und jeder Druck brauchte gut und gerne jedesmal fünf bis sechs Anläufe – jedes Mal stimmte irgendeine Einstellung nicht oder es funktionierte irgendwas einfach wieder nicht. Hinzu kommt, das die Qualität der verwendeten Materialien wirklich mangehaft ist. Ein ordentliches und vor allem präzises Einstellen sowie Justieren waren unmöglich.

kompletter Bausatz von GeeeTech

Eine Magendarm-Grippe setze mich dann erst einmal ein paar Tage ausser Gefecht. So blieb Zeit mein weiteres Vorgehen zu Überdenken. In einem langen Chat-Gespräch wurde mir dann schnell klar, das der Drucker ein absoluter Fehlkauf war. In einem langen Chat-Gespräch machte man mir klar, das gute Ergebnisse zwar möglich sind, aber dies nicht mit der verbauten Hardware (Extruder, Gewindestangen usw.) umzusetzen ist. Grob gerechnet wären noch mal ca. 80-100 Euro fällig um die schlechten Teile gegen gute auszutauschen – na toll. Egal, hab ich mir gedacht, und suchte mir im Internet die passenden Teile zusammen. Beinahe hätte ich diese auch gekauft, wenn mir bei ebay nicht ein Angebot aufgefallen wäre. Der Drucker Anycubic i3 Mega wurde dort für unglaubliche 169 Euro angeboten. Dieser stand Anfangs mit auf der Liste der möglichen Drucker – der Preis von fast 300 Euro war mir aber zu hoch. Ne gute Stunde habe ich hin und her überlegt und mich dann für das Angebot entschieden. 3,2,1…meins !!

Anycubic i3 Mega

Nach 4 Tagen kam dann der Karton, ähnlich verpackt wie GeeeTech-Drucker, aber deutlich schwerer – gute 15 Kilo bringt das Paket auf die Waage. Zu meiner Überraschung stellte ich fest, das nebem dem Drucker eine ganze Rolle (1kg) Filament sowie nützliche Werkzeuge wie Pinzette, Spachtel, Filamentzange und weitere Ersatzteile der Lieferung beigelegt sind. Der Drucker an sich besteht nur aus der Basis mit Heiz- und Druckbett sowie dem Rahmen an der die X- sowie Z-Achse montiert sind. Mit gerade mal 8 Schrauben werden Basis und Rahmen verschraubt – danach ist der Drucker fertig aufgebaut und einsatzbereit. Das ganze macht dank der gesamten Stahlkonstruktion einen sehr soliden Eindruck. Die Vearbeitung des Anycubic ist durchgehend in Ordnung. Gesteuert wird der Drucker entweder direkt über den Touchscreen oder über eine entsprechende Software. Der Anycubic kann komplett unabhänig vom PC arbeiten, da ein SD-Karten-Slot vorhanden ist, über den die erforderlichen Daten eingespielt werden können. Eine direkte Verbindung ist über USB möglich. Außerdem ist ein Filamentsensor angebracht, der den aktuellen Druck sofort anhält wenn etwas mit dem Filament nicht stimmt oder dieses leer ist.

Der Anycubic i3 Mega

Erster Druck

Bevor gedruckt werden kann, muss zunächst das Druckbett gelevelt und das Filament eingeführt werden. Nachdem das erledigt ist, kann los gedruckt werden. Zunächst habe ich es mit einem 20mm Test-Würfel probiert, der zeigen soll ob der Drucker maßstabsgetreu druckt. Es wurde nichts an den Einstellungen verändert sondern einfach “out of the Box” losgedruckt. Das Ergebnis hat mich umgehauen , ich denke die Bilder sprechen für sich. Ein Bauteil für den Filamensensor war das nächste Testobjekt, und wieder hat der Drucker anstandslos seine Arbeit verrichtet – ohne Fehler und absolut sauber. Ergebnisse die ich mit dem anderen Drucker auch nach etlichen Tagen nicht hinbekommen habe. Hier muss ich sagen, hat mich der Anycubic absolut überzeugt.

Druck “out of the Box”

Mein Fazit

3D-Drucker sind mittlerweile echt bezahlbar geworden –  wenn man sich für das richtige Modell entscheidet. Klar – fast alle Modelle kommen aus China und erreichen nicht die Qualität von gewerblichen oder industriellen 3D-Druckern, die im europäischen Raum produziert werden. Dennoch liefert der Anycubic i3 Mega herausragende Ergebnisse die für den privaten und/oder Hobbybereich mehr als ausreichend sind. Daher erhält der Anycubic von mir eine klare Kaufempfehlung. Aktuell bieten ebay oder Amazon das Modell mit ordentlichen Preisrabatten. Wer also darüber nachdenkt sich einen 3D-Drucker anzuschaffen ist mit dem Anycubic sicherlich gut bedient.

Warum dieser Artikel

Dieser Artikel soll quasi der Einstieg für eine neue Rubrik auf meinem Blog werden. Ich möchte Euch gerne näher bringen, welche Einsatzmöglichkeiten es für solche Drucker gibt, welche Software verwendet werden sollte und wie diese richtig genutzt wird. Außerdem sind jetzt schon einige Modfikationen und Umbauten geplant – denn auch beim Anycubic ist da noch Luft nach oben. So werden in Zukunft immer wieder Artikel zu diesem sehr umfangreichen Thema hier erscheinen. Anregungen sind dabei von Euch natürlich mehr als erwünscht.

 

 

 

 

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