Männerspielzeug – dji Phantom 3 Standard

Seit einigen Tagen ist es sehr ruhig auf meinem Blog geworden. Um eins vorweg zu nehmen. Nein – ich habe die Lust nicht am bloggen verloren, Themen sind genug vorhanden, einige Projekte sind immer noch in Arbeit und warten nur noch auf den Feinschliff und auf eine Veröffentlichung. Ihr fragt Euch warum dann hier in der letzten Zeit nichts veröffentlicht wurde? Ganz einfach, ich bin schlicht und einfach nicht dazu gekommen, denn ich bin in den letzten Wochen ganz schön abgehoben.  Nicht so wie Ihre vielleicht denkt. Aber fangen wir von vorne an:

Mein Sohn ist schuld

Seit einiger Zeit habe ich bereits mit dem Gedanken gespielt mir einen Multikopter (auch Drohne genannt) anzuschaffen. Da ich aber relativ wenig Ahnung von der ganzen Materie habe, schlummerte dieser Gedanke eher still und leise in meinem Hinterstübchen. Weihnachten 2016 bekam mein Sohn dann eine relativ schlichte Drohne von seiner Oma geschenkt. Natürlich dauerte es da nicht lange bis ich das erste Mal die Fernsteuerung in der Hand hatte und ich mich das erste Mal überhaupt mit einen ferngesteuerten Fluggerät beschäftigte.  Was soll ich sagen – ich war so begeistert von der einfachen Steuerung und vom Fliegen der Drohne an sich das man mich ständig hören sagte: „ Ich muss so ein Teil haben!“

Allerdings handelt es sich bei der Drohne meines Sohnes eher um ein Spielzeug für Kinder. Gerade mal so groß wie meine Handfläche und ohne größeren Schnickschnack. Trotzdem ist es auch mit dieser Drohne schon möglich Fotos und Videos zu machen, denn eine Kamera ist schon mit an Bord.

Was kauft man als Einsteiger

Ähnlich wie bei meinem PC-Kauf machte ich mich erstmal schlau was der Markt so an Multikoptern zu bieten hat und was sich vor allem für Anfänger eignet. Denn eins wird ganz schnell klar – wenn man was Vernünftiges und Solides haben möchte, sind Preise um die 1.000 – 1.500 Euro keine Seltenheit sondern eher Regelfall. Es gibt zwar zig Anbieter und Hersteller günstigerer Drohnen aber wirklich nur zwei Marken haben sich auf dem Markt etabliert. Die erste und bekannteste ist wohl die Firma DJI und als zweites die Firma Yuneec. Letztere baut unter anderem Kamera-Drohen mit denen zum Beispiel Szenen für die Serie Alarm für Cobra 11 gedreht wurden. Guckt man sich das Angebot beider Hersteller an wird schnell klar – da werden keine Spielzeuge verkauft, sondern professionelle Fluggeräte vollgestopft mit modernster Technik. „Naja egal, soviel Kohle gibste nicht aus“. Mit diesen Gedanken beschloss ich erstmal den Kauf zu verschieben.

Mitte März war ich mal wieder mal in der Stadt unterwegs und schaute mich bei dem ortsansässigen Elektronikmarkt ein wenig um und mich traf fast der Schlag. Ganz versteckt in einer Ecke wurden tatsächlich Drohnen aus dem Hause DJI und Yuneec angeboten. Soweit nix besonderes. Was mich allerdings freudig überraschte war die angegebenen Preise. Das Einsteiger-Modell Phantom 3 Standard von DJI ging da für 549 Euro über den Tisch – sensationell.  Ich habe mich noch ein paar Tage lang über das Modell informiert, mir zig Videos auf YouTube dazu angeguckt und bin schnell zu dem Entschluss gekommen – die isses !! Und da ist sie nun. Meine Phantom 3 Standard von DJI.

Die Drohne

Die Phantom 3 Standard ist der Einstieg in die Drohnen-Fliegerei und gleichzeitig das günstigste Modell der Reihe. Technisch ist die Drohne mit allem ausgestattet was auch für Anfänger den Start erleichtert und nebenher noch für jede Menge Spaß sorgt.  Ausgestattet mit einer Kamera können Videos und Fotos gemacht werden. Im Folgenden erhaltet Ihr eine ausführliche Beschreibung und meinen persönlichen Eindruck nach den ersten Flügen.

Die Drohne an sich ist ca. 30cm lang und ebenso breit. Die Höhe ist mit 18,5cm angegeben. Die Phantom hat ein Gesamtgewicht von ca. 1300 Gramm. Die maximale Geschwindkeit ist mit 16 Meter pro Sekunde angegeben, dies entspricht ca. 60 km/h. Um die Ausrichtung der Drohne jederzeit bestimmen zu können sind in den vier Armen unterhalb LED´s angebracht die vom Boden aus sichtbar sind. So signalisieren zweite rote LED´s  dem Piloten wo sich bei der Drohne „vorne“ befindet und erleichtert so die Navigation. Die hinteren LED`s geben Auskunft über das GPS-Signal sowie die Akkuladung.

Der Lieferumfang

Neben der Phantom 3 Standard befindet sich noch die Fernsteuerung, ein Akku sowie ein Ladegerät im Lieferumfang. Außerdem sind noch verschiedenfarbige Sticker und ein Set aus Ersatzrotorblättern vorhanden. Neben den üblichen Garantiebestimmungen liegt dem Paket noch eine Kurzanleitung bei. Ich empfehle, sich in jedem Fall mal die ausführliche Anleitung des Multikopters auf der Herstellerseite runterzuladen und durchzulesen.

Die Fernbedienung

Um die Drohne steuern zu können wird selbstverständlich auch eine Fernbedienung benötigt. Diese ist sehr schlicht gehalten und besteht, bis auf den Bügel, komplett aus Kunststoff. Neben dem On/Off Schalter signalisieren 4 LED´s die Akkuleistung der Fernbedienung. Geladen wird diese über einen MicroUSB-Anschluss an der Unterseite. Die beiden Sticks zur Steuerung sind aus Aluminium und sehr leichtgängig. So ist jederzeit ein genaues Steuern der Drohne möglich.  Mit den zwei Schaltern S1 und S2 können die verschiedenen Flugmodi aufgerufen oder die Verbindung zum Kopter zurückgesetzt werden. Auf die unterschiedlichen Flugmodi gehe ich im Artikel nochmal genauer ein. Um das Live-Bild der Kamera zu empfangen wird ein Smartphone oder Tablet benötigt. Diese können an der montierten Halterung angebracht werden. Das ganze wirkt etwas „billig“ aber erfüllt seinen Zweck.

Die Fernsteuerung der Phantom 3 Standard – auch ohne Smartphone kann der Kopter geflogen werden

Der Gimbal und die Kamera

Die Phantom 3 ist mit einer leistungsstarken Kamera ausgestattet. Fotos werden mit 12 Megapixeln geschossen – die maximale Bildgröße hierbei beträgt 4000 x 3000 Pixeln. Auch Videos sind mit dieser Kamera gar kein Problem. Es werden folgende Formate unterstützt:

  • UHD: 2,7Kp mit 30 Bildern pro Sekunde (Auflösung 2704×1520)
  • Full HD: 1920x1080p bei wahlweise 24/25/30/48 Bildern pro Sekunde
  • HD: 1280×720 bei wahlweise 24/25/30/48/50/60 Bildern pro Sekunde

Die Kamera hat einen Steckplatz für microSD Karten auf denen Fotos und Videos gespeichert werden. Eine 8GB-Karte ist bereits im Lieferumfang enthalten.  Unter der Drohne ist ein sogenannter Gimbal montiert. An diesem hängt die Kamera und sorgt dafür das Videoaufnahmen immer ruhig und ohne Vibrationen aufgezeichnet werden. Der Gimbal hat einen kontrollierten Bereich  -90° bis +30°. Egal welche Flugmanöver die Drohne gerade vornimmt – der Gimbal sorgt immer für ein stabiles Bild.

sorgt für ruhige Bilder – der Gimbal der Phantom 3

Der Akku

Der mitgelieferte Akku hat eine Kapazität von 4800 mAh. So ist möglich mit einer Ladung ca. 20-25 Minuten zu fliegen. DJI gibt dem Akku die Bezeichnung „Intelligent Flight Battery“. Damit die Drohne bei leerem Akku nicht einfach abstürzt, berechnet die Drohne immer wieder die Entfernung des Startpunktes und gleicht diese mit dem Akku ab. So bekommt der Pilot früh genug übermittelt wann es Zeit ist mit der Drohne den Heimweg anzutreten. Wird diese Meldung ignoriert, leitet die Drohne einen automatisierten Rückflug zum Startpunkt ein, um in jedem Fall wieder sicher beim Piloten anzukommen. Solch eine Intelligent Flight Battery hat allerdings Ihren Preis – der Akku von DJI kostet um die 140 Euro, und ja, ein zweiter Akku ist sinnvoll. 20 Minuten fliegen hört sich erstmal viel an, aber die vergehen im wahrsten Sinne des Wortes wie im Flug. Hat man nur einen Akku dabei muss dieser erst wieder geladen werden. Dies dauert ca. 1,5 Stunden.

Die Flugmodi

Die Phantom3 hat verschiedene Flugmodi, die ich hier nur kur erläutern möchte. Wer noch nie eine Drohne geflogen ist, sollte in jedem Fall mit Anfängermodus beginnen. Dieser beschränkt die maximale Flughöhe auf 30 Meter. Der Radius ist ebenfalls vom Startpunkt aus auf 30 Meter begrenzt. Außerdem ist die Geschwindigkeit des Kopters in alle Richtungen stark reduziert, so das die ersten Manöver nicht sofort mit einem Crash enden. Wenn der Anfängermodus aktiv ist sind folgende Modi ausgeschaltet und können auch nicht genutzt werden:

Modus P: (Positionierung): Dabei unterscheidet die Drohne in zwei Möglichkeiten, die selbstständig vom Kopter ausgewählt werden. P-GPS wird von der Drohne gewählt wenn ein ausreichend starkes GPS-Signal vorhanden ist. Die Position der Drohne wird dann anhand er vorliegenden GPS-Daten bestimmt.  Wenn kein GPS-Signal vorhanden ist, wechselt der Kopter in P—Atti. Dabei hält die Drohen die Flughöhe „nur“ mit Hilfe des eingebauten Barometers.

Modus A: (Fluglage): Die Positionierung erfolgt nicht durch GPS und die Flughöhe wird nur mithilfe des Barometers konstant gehalten. Gibt es ein GPS-Signal, fliegt die Drohne trotzdem zum zuletzt aufgezeichnetem Startpunkt zurück.

Modus F: Wenn man diesen Modus wählt wird IOC (Intelligent Orientation Control) unterstützt. Diese bietet weitere drei Zusatzfunktionen. Auch diese spreche ich hier nur kurz an:

  • CL (Course Lock): Fixiert die aktuelle Ausrichtung der Nase als Flugrichtung der Drohne. Die Drohen fliegt unabhängig von Ihre Fluglage(Gierwinkel) in die fixierten Richtungen.
  • HL (Home Lock): Die Drohen zeichnet den Startpunkt auf und rotiert nach einen gewissen Abstand zum Startpunkt um diesen herum. .
  • POI (Point of Interest): Die Nase der Drohne ist immer auf einen vorher festgelegten Punkt ausgerichtet.

Mittlerweile gibt es auch noch den Follow Me-Modus  sowie die Funktion Waypoint. Bei letzterem kann eine Flugstrecke aufgezeichnet werden, welche die Drohne dann selbstständig abfliegt. Im Follow me-Modus folgt die Drohne automatisch dem GPS-Signal des Smartphones oder Tablets und muss nicht selbst gesteuert werden.

Foto aus ca. 30 Metern Höhe am Dortmunder Kanal

Flughilfen

Die Phantom 3 ist mit einigen Flughilfen ausgestattet, die gerade bei den ersten Flügen für Sicherheit sorgen sollen und dem Piloten bei Fliegen unterstützt. So besteht die Möglichkeit, den Kopter automatisch starten zu lassen. Wird der Autostart gewählt steigt die Drohne auf ca. 1,5 Meter auf und wartet dann auf weitere Befehle. Auf dem gleichen Wege kann auch automatisch gelandet werden. Die wichtigste Sicherheitsfunktion ist aber wohl RTH (Return to Home) und aktiviert sich in folgenden Fällen automatisch:

  • Die Drohne „verliert“ die Verbindung zur Fernbedienung oder ist außerhalb dessen Reichweite.
  • Der Akku geht zur Neige und würde nur noch für den Rückflug zum Startpunkt reichen

Wird RTH aktiviert steigt die Drohne auf eine vorher bestimmte Höhe auf und fliegt dann zum Startpunkt zurück und landet dort. Ist die Drohne über der festgelegten Höhe, bliebt sie dort und flieg direkt zurück. WICHTIG: Befinden sich auf der Rückflugroute Hindernisse wie Bäume, Häuser oder ähnliches, wird das von der Drohne ignoriert, da die Phantom 3 Standard nicht mit solch einem Erkennungssystem ausgestattet ist. Also immer drauf achten, das die angegebene RTH-Höhe immer zur Umgebung passt.

Auch wenn die Drohne mit all diesen Sicherheitsfunktionen ausgestattet ist, solltet Ihr euch nicht zu 100% drauf verlassen. Es muss beim Fliegen immer gewährleistet sein, das Ihr entsprechend reagieren könnt. Daher den Kopter auch bei atomisierten Flügen (Follow Me, Point of Interest, Waypoints) nie unbeaufsichtigt lassen und die Drohne immer im Auge behalten.

Die App

Die App DJI go für das Smartphone oder Tablet ist wohl der Dreh und Angelpunkt beim Fliegen der Phantom 3. Zwar ist ein Fliegen ohne Tablet oder Smartphone möglich, allerdings ist deutlch schwerer, da dem Piloten viele Informationen nicht direkt ersichtlich sind und viele Funktionen über die beiden Schalter (S1/S2) genutzt werden können. Mit der App habt der Pilot zudem die Möglichkeit, live den Flug der Drohne durch die verbaute Kamera zu sehen. So ist es zudem viel leichter Motive für Fotos zu finden und kann auch sofort sehen, was zum Beispiel gerade gefilmt wird. Am wichtigsten ist das Live-Bild aber wohl für die aktuelle Position des Kopters.  Die App gibt kontinuierlich Auskunft über Flughöhe, Entfernung sowie die Geschwindigkeit des Kopters. Außerdem wird die Signalstärke der Funkverbindung sowie der Bildübertragung angezeigt. Die Restfluganzeige des Akkus wird in Minuten visualisiert.

Die App ist sowohl für ios als auch für Android verfügbar.  Leider gibt es bei letzterem je nach Gerät massive Probleme. Dabei ist noch zu verkraften das bei Androidsystemen die komplette App auf Englisch ist. Gravierender sind eher die Verbindungsabbrüche nach ca. 20 Metern sowie das fehlerhafte Livebild. Im Test mit einem Galaxy S7 gab es durchgehend Probleme – so macht das Fliegen mit dem Kopter nicht nur keinen Spaß, sondern fühlt sich auch nicht besonders sicher an. Ich hatte das Gefühl das die Drohne nicht immer das umsetzt was ich vorgebe. Daher empfehle ich den Einsatz eines iPhones oder eines iPads.

Reichweite

Die Reichweite ist in Höhe und Weite mit 1000m angegeben. Ob das für die Höhenangabe stimmt, kann ich nicht beurteilen, da in Deutschland eine Flughöhe für Drohnen von maximal 100 Metern vorgegeben ist. Und ich kann bestätigen –  das ist schon ganz ordentlich. Der Kopter ist in der Höhe zwar noch sichtbar, allerdings nur noch als kleiner Punkt.  Bei einer Flughöhe von knapp 50 Metern war meine größte Distanz etwas über 400 Meter. Die Signalstärke der Steuerung signalisierte mir – ich kann noch deutlich weiter. Wie weit das genau ist, werde ich in den nächsten Tagen testen – im Moment spielt das Wetter einfach nicht mit.

Mein erster Flug

Nachdem die Akkus geladen waren und die Phantom 3 kalibriert wurde, war es endlich soweit. Als die Drohne abhob bekam ich ganz schnell schwitzende Finger und wackelige Beine. Begeistert vom automatischen Start und wie ruhig die Drohne in der Luft stand, machte ich meine ersten Flugversuche. Der Anfängermodus lässt zwar schon anfangs eine Flughöhe von 30 Metern zu, aber bereits nach 12 Metern bekam ich Schiss. Immerhin flogen da mal eben knapp 600 Euro am Himmel. Also bin ich zunächst erstmal vorsichtig ein paar Runden geflogen und habe den Kopter nicht mehr als 4-5 Meter weit von mir weggeschickt. Die ersten Fotos haben mich überwältigt. Alles weitestgehend bekannte Motive – aber alle aus einer neuen, ungewöhnlichen  Perspektive. So bin jetzt fast jeden Tag mit der Drohne unterwegs und fliege immer höher und weiter. Mittlerweile hab ich auch mal den Mumm gehabt auf  100 Meter aufzusteigen. Das Ergebnis seht Ihr hier.

Mein Fazit

Wenn Ihr nur ansatzweise Interesse an Flugmodellen oder Drohnen habt – schafft Euch so ein Teil an. Es macht unglaublich viel Spaß damit seine Umgebung zu erkunden und neue Sachen auszuprobieren. Gerade für Anfänger ist der Phantom 3 Standard von DJI ein optimaler Multikopter. Wer den Einkaufspreis von knapp 600 Euro verschmerzen kann, sollte damit anfangen.

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